FASZINATION UND TRAGIK
… einer bewegten Vergangenheit
Einst erstreckte sich über den gesamten Schlossberg eine mächtige Festungsanlage. Aber warum war der Schlossberg von so großem Interesse? Geographisch bildete das Dreisamtal einen bedeutenden Zugang zum Hochschwarzwald und in die östlich anschließenden österreichischen Gebiete. Der Schlossberg war deshalb ein wichtiger Punkt zur Beherrschung des Raumes und ein bedeutendes Symbol von Macht. Bereits um 1091 bauten die Herzöge von Zähringen oberhalb des heutigen Kanonenplatzes ihre Residenz, „Burghaldenschloss“ genannt. Dieses gab dem Berg seinen Namen: Schlossberg.
Ein Zeitsprung ins 17. und 18. Jahrhundert: In der Folge des 30-jährigen Krieges wurde 1677 die damals habsburgische Stadt und der Schlossberg von Truppen König Ludwigs XIV. von Frankreich besetzt und nach Plänen seines berühmten Baumeisters Vauban zu einer modernen Festung ausgebaut. Freiburg kehrte 1697 zu Österreich zurück, wurde aber 1713 und 1744 erneut von den Franzosen belagert und erobert. Vor dem endgültigen Abzug der französischen Truppen im Jahr 1745 sprengten diese die Anlage planmäßig.
„Du glückliches Österreich, heirate!“ Der 1752 zwischen Frankreich und Österreich geschlossene Frieden wurde 1770 durch die Heirat der Kaisertochter Marie-Antoinette mit dem französischen Kronprinzen Ludwig besiegelt. Die Braut wurde bei ihrer Durchreise durch Freiburg begeistert gefeiert: Endlich war die Kriegsgefahr vorüber.
Wussten Sie schon?
… dass der Kanonenplatz ursprünglich ein Teil des oberhalb gelegenen Burghaldenschlosses (seit 1820 Ludwigshöhe) war? Die Plattform wurde im Zuge des Festungsbaus schon gegen Ende des 30-jährigen Krieges angelegt. Vauban bezog den „Kanonenplatz“ in die Bastionen des Unteren Schlosses ein. Jahrzehnte nach der Zerstörung der Festung 1744/1745 wurde der Kanonenplatz zur beliebten Aussichtsplattform, wie wir sie heute kennen. Sein Name erinnert noch immer an die kriegerische Vergangenheit des Schlossbergs.
Portrait Ludwigs XIV. von Hyacinthe Rigaud aus dem Jahre 1701.
Marie-Antoinette, vermutlich 1769 kurz vor ihrer Hochzeit, nach Franz Xaver Wagenschön.